
Exkursion des Geographie-Leistungskurses (Q1, Kunkel) zur Sortieranlage MEILO
- Categories Engagement
- Date 10.12.2025
Der Geographie-Leistungskurs der Q1 besuchte am 10.12.2025 die Sortieranlage MEILO und erhielt dabei einen beeindruckenden Einblick in die hochkomplexe Welt der modernen Abfallverwertung. Aus einem Einzugsgebiet von rund 250 bis 300 Kilometern treffen hier täglich LKW-Ladungen mit Inhalten aus den Gelben Säcken ein – allerdings nicht in Säcken, sondern lose angeliefert. Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie groß das Problem der Fehlwürfe ist: Rund 40 % des Materials gehören eigentlich gar nicht in den Gelben Sack.
Nach der Anlieferung durch sogenannte Walking-Floor-LKWs wird der Müll in einem Vorzerkleinerer vereinzelt und zerrissen. Dabei besteht eine besondere Brandgefahr, da sich immer wieder Akkus oder Batterien im Abfall befinden. Mehrere Brandauslösungen pro Tag sind keine Seltenheit, weshalb die Anlage regelmäßig gereinigt und dauerhaft durch Infrarotsysteme überwacht wird. Über ein rund 1,6 Kilometer langes Förderbandnetz gelangt das Material anschließend zu verschiedenen Sieben und Sortieranlagen, die den Müll nach Größe und Materialart trennen. Metalle werden mithilfe von Magneten aussortiert, was durch Folienüberlagerungen nicht immer problemlos gelingt.
Ein zentrales Element der Anlage sind optische Sortieraggregate, die mittels Lichtanalyse Materialien erkennen und gezielt mit Luftdruck trennen. Trotz dieses hohen technischen Aufwands bleibt Handarbeit unverzichtbar, da bestimmte Stoffe maschinell nicht eindeutig erfasst werden können. Weitere Verfahren wie Ballistikseparatoren, elektrostatische Trennungen und das Absaugen besonders leichter Stoffe ergänzen den Prozess. Am Ende wird der sortierte Müll zu großen Quadratballen gepresst, ein Arbeitsschritt, der zugleich die höchste Brandgefahr birgt.
MEILO verarbeitet jährlich rund 140.000 Tonnen Gelbe-Sack-Material. Obwohl ein einzelnes Teil den Sortierprozess in etwa 20 Minuten durchläuft, verbleibt das Material meist drei bis vier Tage auf dem Gelände. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen pro Woche. Ein einzelnes Sortieraggregat kostet rund 700.000 Euro und die gesamte Anlage 32 Millionen. So viel Geld muss für das Recycling von Verpackungen ausgegeben werden, die wir nur einmal in der Hand halten und dann direkt wegwerfen. Dies stimmt nachdenklich!
Die Exkursion war für alle Beteiligten nicht nur äußerst informativ, sondern auch abwechslungsreich und spannend. In einer abschließenden Feedbackrunde äußerten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie beeindruckt sie von den technischen Abläufen, den Dimensionen der Anlage und dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine waren. Es wurden zahlreiche interessierte Nachfragen gestellt, was zeigte, dass das Thema Abfallwirtschaft für den Kurs greifbar und lebendig geworden ist.
Ein besonderer Dank gilt Frau Kirsch von der EAD Darmstadt, die die Exkursion organisiert und ermöglicht hat, sowie Herrn Köhler, dem Betriebsleiter der Sortieranlage MEILO, der die Führung kompetent, anschaulich und mit viel Geduld für unsere Fragen gestaltet hat.
Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Fun Fact: Gemeinsam stellte sich der Leistungskurs auf eine große LKW-Waage – mit einem Gesamtgewicht von etwa 1.400 Kilogramm.
Silas Hamman
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