
Von nanoklein bis megagroß – Geographie hautnah an der TU Darmstadt
- Categories Engagement
- Date 06.02.2026
Mit über 40 Schülerinnen und Schülern aus zwei Grundkursen und dem Leistungskurs Geographie der Q3 machte sich die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule auf den Weg zur Technischen Universität Darmstadt – genauer gesagt zum Institut für Angewandte Geowissenschaften. Schon beim Ankommen war spürbar: Das wird kein gewöhnlicher Unterrichtsvormittag.
Studienkoordinator Herr Mutzl eröffnete den Tag mit einer anschaulichen Vorstellung der TU Darmstadt und des Instituts. Die Spannweite der Forschung – „von nanoklein bis megagroß, von uralt bis übermorgen“ – faszinierte viele sofort. Ob Hydrogeologie, Geothermie, Ingenieurgeologie, Atmosphärenforschung oder Umweltgeochemie: Die Einblicke in Hightech-Labore, Geländearbeit und vielfältige Berufsfelder zeigten eindrucksvoll, wie breit und gesellschaftlich relevant die Geowissenschaften aufgestellt sind.
Prof. Schütt führte die Kurse anschließend in die Welt der globalen Wasserressourcen. Mit aktuellen Zahlen und eindrucksvollen Beispielen machte er deutlich, wie sehr Klimawandel, Wassernutzung und Zukunftsfragen zusammenhängen. Besonders die Diskussion um Trinkwasserversorgung, Meeresspiegelanstieg und die Herausforderungen von Megastädten regte zahlreiche Fragen an. Das vorgestellte Infiltrationsprojekt im Hessischen Ried – mit Vorbildcharakter für ganz Europa – zeigte zugleich konkrete Lösungsansätze. Das große Interesse und die intensive Beteiligung unserer Schülerinnen und Schüler machten deutlich, wie nah dieses Thema an ihrer Lebenswelt ist.
Auch der Vortrag von Prof. Hinderer zur angewandten Sedimentologie begeisterte. Anhand echter Gesteinsproben wurden Sedimentgesteine wie Sandstein, feinkörniger Sandstein und Kalkstein gemeinsam bestimmt. In einem lebendigen Dialog band er die Kurse immer wieder aktiv ein. Anschaulich stellte er Methoden vor, mit denen Fachleute Gesteine unterscheiden – etwa durch Ritzen oder Säurebetröpfeln – und erklärte, wie man Schichtgesteine „lesen“ kann. Besonders eindrucksvoll waren die Bohrkerne, die die Schülerinnen und Schüler selbst in die Hand nehmen und genau untersuchen durften. Mit dem Einblick in das DFG-Projekt „Bad Waldsee“ wurde deutlich, wie Forschung hilft, vergangene Umweltbedingungen zu rekonstruieren – und damit auch heutige Entwicklungen besser zu verstehen.
Prof. Bigalke widmete sich schließlich einem hochaktuellen Thema: Bodenkontamination durch Mikroplastik und Reifenabrieb. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurde erarbeitet, was Boden eigentlich ist, wie er entsteht und welche zentralen Funktionen er für unser Ökosystem erfüllt. Die intensive Beteiligung zeigte erneut das große Interesse an Umweltfragen und deren globalen Zusammenhängen.
In vier Workshops konnten die Kurse anschließend selbst praktisch arbeiten – ob in der Sedimentologie, der Labortechnik, beim Thema Mikroplastik oder beim Erstellen eines Bodenprofils im Freien. Hier wurde deutlich, wie praxisorientiert und vielseitig das Studium der Geowissenschaften ist.
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Runde im großen Hörsaal – mit Gruppenfoto und einer besonders wertschätzenden Feedbackrunde. Viele Schülerinnen und Schüler äußerten ihre Begeisterung über die spannenden Einblicke, die offenen Gespräche und die Möglichkeit, aktuelle Forschung hautnah zu erleben. Besonders deutlich wurde dabei ihr echtes Interesse an den großen Zusammenhängen: an der Zukunft unserer Erde, am Umgang mit Ressourcen und an den Herausforderungen des Klimawandels.
Gerade in einer Zeit, in der häufig von Krisen, Übernutzung und einer scheinbar wenig nachhaltigen Lebensweise der Menschheit die Rede ist, machte dieser Tag Mut. Die vorgestellten Forschungsprojekte, die engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – und nicht zuletzt das ernsthafte Interesse unserer Schülerinnen und Schüler – zeigen: Es gibt Grund zur Hoffnung. Wissen, Neugier und wissenschaftliche Lösungsansätze sind starke Werkzeuge für eine nachhaltigere Zukunft.
Der herzliche Applaus und die kleinen süßen Dankeschöns am Ende der Vorträge waren Ausdruck ehrlicher Dankbarkeit gegenüber dem gesamten Team des Instituts.
Ein inspirierender Tag, der gezeigt hat: Geographie lebt – und sie ist wichtiger denn je.
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