
Nachruf
- Categories Wichtige Informationen
- Date 19.12.2025
Mit großer Betroffenheit nimmt die Schulgemeinde der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule Abschied von ihrem ehemaligen Schulleiter Hans Scheiber, der von 1990 bis 2008 die Entwicklung unserer Schule entscheidend geprägt hat.
Während seiner 18-jährigen Amtszeit führte er die GCLS mit Weitblick, pädagogischem Geschick und menschlicher Wärme. Mit Beharrlichkeit und Überzeugungskraft gelang es ihm, die bereits zuvor begonnene Diskussion um die Einführung einer gymnasialen Oberstufe erfolgreich zum Ziel zu führen. 1993 wurde die Genehmigung erteilt, und im Jahr 1996 legten die ersten 24 Abiturientinnen und Abiturienten an der GCLS ihr Abitur ab – ein lang ersehnter Meilenstein, der es fortan ermöglichte, alle Schulabschlüsse an unserer Schule zu erwerben.
Neben seinem großen Engagement für den Aufbau der Oberstufe galt Hans Scheibers besonderes Augenmerk immer auch den Schülerinnen und Schülern mit Haupt- und Realschulabschlüssen. Ihre Leistungen wurden in jährlichen Feiern gewürdigt, die ihm besonders am Herzen lagen. Er sah in jedem Kind und Jugendlichen einen eigenständigen Weg, der Respekt und Anerkennung verdient.
Hans Scheiber hat zudem maßgeblich dafür gesorgt, dass die GCLS in den Kreis der Europaschulen aufgenommen wurde. Er lebte die Idee Europas in einem weitverzweigten Netzwerk von Partnerschaften, internationalen Begegnungen und Europacamps im In- und Ausland. Auch die Gründung des Fördervereins, die Anerkennung als familienfreundliche Schule sowie große Projekte wie die Planung des Neubaus, die Neugestaltung des Pausenhofs und die Einführung der Bläserklassen fielen in seine Amtszeit. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler wuchs in dieser Zeit auf rund 1050 – fast das Doppelte im Vergleich zu seinem Amtsantritt.
Er verstand es, anderen Freiraum zu geben, Ideen zu ermöglichen und Vertrauen zu schenken. Er war ein Ermöglicher. Wenn Projekte finanzielle Unterstützung brauchten, fand er Wege und Lösungen. Dabei blieb er immer auf Augenhöhe mit allen, ob mit Kolleginnen und Kollegen, Hausmeistern, Mitarbeitenden in der Verwaltung oder Reinigungskräften. Seine Tür stand offen, sein Ohr war aufmerksam, seine Art authentisch – ohne Kalkül oder Distanz. Er schmückte sich nicht mit fremden Federn, sondern hob das Engagement anderer hervor – ganz besonders der Kinder und Jugendlichen. Kritik nahm er an, respektierte andere Meinungen und akzeptierte demokratische Entscheidungen – auch dann, wenn sie nicht seiner eigenen Überzeugung entsprachen.
Nicht als „Chef im Büro“, sondern als Kollege unter Kolleginnen und Kollegen war er präsent – im Lehrerzimmer zugewandt und humorvoll. Diese Haltung lebte er auch nach seiner Pensionierung fort: Er blieb Teil der ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, nahm regelmäßig an ihren Treffen teil und blieb der Schule weiterhin verbunden.
Neben seiner pädagogischen und leitenden Arbeit war Hans Scheiber über viele Jahre im Lehrertheater aktiv. Auf der Bühne der Pausenhalle begeisterte er in zahlreichen Aufführungen – oft in Szenen von Loriot, in denen er mit Humor und Selbstironie menschliche Schwächen auf die Bühne brachte. Er trug dadurch wesentlich zum kulturellen Leben unserer Schule bei und initiierte mit großer Begeisterung Schülertheaterprojekte.
Wir danken Hans Scheiber für sein unermüdliches Engagement, seine Menschlichkeit, seine Offenheit und seine bleibenden Spuren im Leben und im Geist der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule. Er war einfach ein toller Pädagoge.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahe waren.
Für die Schulgemeinde der
Sabine Gatzweiler
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