
Von globalen Herausforderungen zu konkreten Lösungen – der Geografie-LK im Gespräch mit dem BMZ
- Categories Engagement
- Date 19.10.2026
Wie lässt sich weltweite Armut bekämpfen? Was kann Deutschland gegen globale Ungleichheiten unternehmen? Und wie sieht Entwicklungszusammenarbeit eigentlich in der Praxis aus?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die 22 Schülerinnen und Schüler des Geografie-Leistungskurses Q3 von Herrn Kunkel bereits intensiv im Unterricht. Am 19. Oktober 2026 bot sich ihnen eine besondere Gelegenheit: In einer Online-Veranstaltung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten sie einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Entwicklungspolitik werfen.
Den Auftakt gestaltete Frau Kötter vom BMZ, die einen umfassenden Einblick in die Aufgaben und Arbeitsweisen des Ministeriums gab. Unter der Leitung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan setzt sich das BMZ weltweit für die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Förderung von Frieden und die nachhaltige Entwicklung seiner Partnerländer ein. Besonders deutlich wurde dabei, dass Entwicklungszusammenarbeit weit mehr bedeutet als finanzielle Unterstützung: Im Mittelpunkt stehen langfristige Partnerschaften auf Augenhöhe, Eigenverantwortung und gemeinsame Lösungen für globale Herausforderungen.
Auch kritische Fragen kamen nicht zu kurz. Welche Fortschritte wurden bei den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bereits erzielt? Warum werden voraussichtlich nicht alle Ziele der Agenda 2030 erreicht? Und wie erfolgreich ist Entwicklungszusammenarbeit überhaupt? Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen – etwa zur Finanzierung des Ministeriums, zur Wirksamkeit von Projekten und zu beruflichen Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit.
Besonders anschaulich wurde es im zweiten Teil der Veranstaltung. Timo Lassak stellte ein konkretes Entwicklungsprojekt im Jemen vor, einem der ärmsten und von langjährigen Konflikten geprägten Länder der arabischen Welt. Im Mittelpunkt standen sogenannte Mikrokredite: kleine Darlehen, die Menschen beispielsweise den Kauf von Werkzeugen oder Arbeitsgeräten ermöglichen und ihnen damit helfen, eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Beeindruckend war dabei die vorgestellte Rückzahlungsquote von 95 bis 97 Prozent. Das Beispiel verdeutlichte, wie gezielte finanzielle Unterstützung Menschen neue Perspektiven eröffnen kann – selbst unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen.
Für den Geografie-Leistungskurs war die Veranstaltung eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht. Begriffe wie globale Disparitäten, Entwicklungsstrategien, Nachhaltigkeit oder Hilfe zur Selbsthilfe wurden plötzlich greifbar. Gleichzeitig zeigte sich, wie komplex die Herausforderungen sind und dass es für die Überwindung weltweiter Ungleichheiten keine einfachen Lösungen gibt.
Ein spannender Perspektivwechsel, der eindrucksvoll gezeigt hat: Geografie findet nicht nur im Schulbuch statt, sondern beschäftigt sich mit den großen Zukunftsfragen unserer Welt.
Ein herzliches Dankeschön an Frau Kötter, Frau Ens und Herrn Lassak für die interessanten Einblicke, die Offenheit gegenüber unseren Fragen und die Möglichkeit, Entwicklungszusammenarbeit aus erster Hand kennenzulernen!
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